Swiss Tumor Immunology Registry – Swiss TIR

In den letzten Jahren ist die Immun-Onkologie sehr schnell Teil der Standardversorgung bei vielen Krebserkrankungen geworden (Niere, Blase, Melanom, Lunge, Kopf und Hals, Hodgkin-Lymphom, und weitere). Die rasante Entwicklung hat zu einer weiten Verbreitung von immun-aktivierenden Krebsmedikamenten geführt. Im Augenblick sind dies vor allem die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren. Derzeit laufen weltweit ca. 11’000 Studien in Phase I-III, die Kombinationen und neue immun-modulierenden Krebsmedikamente testen. Es wird also sehr schnell zu noch mehr immun-onkologischen Therapien kommen.

Aufgrund der Menge der Möglichkeiten, werden insbesondere Therapiesequenzen in Zukunft nicht erschöpfend in klinischen Studien zu testen sein. Deshalb braucht es eine gemeinsame Erfahrungsgrundlage, die den behandelnden Ärzten eine Entscheidungshilfe anbieten kann. Das Swiss Tumor Immunology Registry (SwissTIR) möchte so eine gemeinsame Erfahrungsgrundlage durch ein Register aufbauen. Dieses Register soll in den politischen Kontext der nationalen Strategie gegen den Krebs passen. Dazu wurde gerade ein interessanter Pressebericht veröffentlicht, aus dem folgendes Zitat stammt:

Zudem wird die Zugangsgerechtigkeit beim “Off-label-use”, dem Einsatz dieser Therapien ausserhalb der zugelassenen oder vergüteten Indikationen hinterfragt. Die Krebsforschung in der Schweiz ist heute mit immer anspruchsvolleren Auflagen in der klinischen Forschung konfrontiert, zudem mangelt es an einer flächendeckenden und koordinierten Erhebung von epidemiologischen und “Real World Evidence”-Daten. Verbesserungspotential besteht zudem beim Wissensaustausch unter den in die Behandlung involvierten Akteuren.

Das SwissTIR kann viele dieser Forderungen erfüllen und somit einen Beitrag zur Qualitätsförderung und –kontrolle bei den beteiligten Partnern beitragen.

Weiterhin bietet das Register die Möglichkeit der Erfassung von Patient-reported-Outcomes, die eine wichtige Evidenzgrundlage darstellen und eine Weiterentwicklung der Interaktion zwischen Behandlungsteam und Patient im Zeitalter der Digitalisierung ermöglichen.

Ausserdem erfasst das Register die gesundheitsökonomischen Konsequenzen der Immun-Onkologie, die immer mehr in das Zentrum der Debatte rücken. Das Register ist in der Lage, hierfür überprüfbare Zahlen zu liefern.

Das Register wird durch die pharmazeutische Industrie gesponsert. Um die Unabhängigkeit zu wahren, wird ein „Scientific Committee“ bestehend aus drei Experten etabliert, das Freigabe und Richtigkeit der Daten kontrolliert. Das Register ist als klinische Studie durch Ethikkommisson des Kantons Zürich genehmigt worden.

Mitglieder:

Onkozentrum Zürich – Studienzentrale und Organisation

Onkozentrum Hirslanden

Spital Sursee

Stadtpital Waid

Kantonsspital Graubünden